Fragen und Antworten zur Schlauchmagenoperation

 

1000 Schlauchmägen

 

 

 

 

INDIKATION UND KOSTENZUSAGE


Wann kommt denn grundsätzlich eine Schlauchmagenoperation in Frage?


Eine Schlauchmagenoperation kommt, sofern dies eine Leistung der Krankenkasse sein soll, grundsätzlich bei einem Body-Mass-Index oberhalb von 35 kg/m. in Frage. Allerdings nur dann, wenn gleichzeitig schwere Begleiterkrankungen (z. B. Diabetes, Schlafapnoe-Syndrom u. a.) vorliegen. Ab einem Body-Mass-Index von 40 sind Begleiterkrankungen nicht die Voraussetzung für eine Operation. Es muss jedoch zuvor das multimodale Therapie-Konzept über einen Zeitraum von mindestens 6 - 12 Monaten verfolgt werden.


Was versteht man unter dem MMK=multimodales Therapiekonzept?

Darunter versteht man, dass über einen bestimmten Zeitraum (6 – 12 Monate) gleichzeitig folgende Maßnahmen durchgeführt werden müssen:
•  Systematische Ernährungsberatung (5 Termine)
•  Regelmäßiges Bewegungstraining (mindestens 3 x 30 Minuten pro Woche)
•  Verhaltenstherapie bzw. psychosomatische Begutachtung, z. B. an der LWL- Klinik Bochum
•  Hinzu kommt noch die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe am Klinikum Vest.
•  Alles muss sauber dokumentiert werden, dazu noch Bescheinigungen vom Hausarzt und anderen Fachärzten (z.B. Orthopäde).


Ich gehe regelmäßig walken, allerdings allein. Wie weise ich nach, dass ich wirklich ein Bewegungstraining durchgeführt habe?

Im Rahmen der Begutachtung muss den Angaben des Versicherten grundsätzlich geglaubt werden! Ich empfehle immer, hierzu ein Tagebuch zu führen und jede Bewegungseinheit von mindestens 30 Minuten mit Datum und Zeitpunkt exakt zu dokumentieren.


Ich bin aber schwer gehbehindert und kann keinen Sport mehr treiben? Komme ich trotzdem für eine Operation in Frage?

Grundsätzlich ja. Auch mit einer schweren Behinderung lässt sich immer noch ein ”Bewe¬gungstraining (z. B. Hocker-Gymnastik) absolvieren. Betrachten Sie das Bewegungstrai¬ning auch als eine Form von Verhaltenstherapie, wenngleich kein echter Trainingseffekt hier zu erwarten ist.


Ich befinde mich in ambulanter Psychotherapie. Kann mein Psychotherapeut auch ein entsprechendes Gutachten verfassen?

Selbstverständlich kann er das. Bitte fragen Sie ihn danach. Wenn er sich unsicher ist, empfehle ich die Vorstellung in der LWL-Klinik in Bochum.

Ich hatte bereits früher schon einmal eine Ernährungsberatung.
Muss ich diese jetzt wiederholen?

Die Begutachtungsleitlinie sieht vor, dass alle Maßnahmen im Rahmen des multimodalen Therapiekonzeptes zeitgleich und innerhalb der letzten 2 Jahre erfolgt sind.

Eine länger zurückliegende Ernährungsberatung ist sicher in der gesamten Vorgeschichte wichtig, hilft Ihnen aber letztlich hier nicht weiter. Sie müssen die Ernährungsberatung noch einmal wiederholen.


Wie lange dauert es bis die Krankenkasse eine Kostenzusage ausspricht?

Gemeint ist die Bearbeitung des gestellten Antrages. Zunächst überprüft der/die Sachbearbeiter(in) den Antrag auf Vollständigkeit. Der Antrag wird dann zunächst an den Medizinischen Dienst zur Beurteilung nach Aktenlage weitergeleitet. Diese Weiterleitung sollte binnen weniger Tage erfolgen. Möglicherweise fordert der/die Sachbearbeiter(in) zunächst weitere Unterlagen oder Angaben an, dies ergibt sich aus dem Fragenkatalog des sog. MDS-Begutachtungs-Leitfadens. Die meisten Fragen sind allerdings in der Regel schon mit meiner Stellungnahme (Adipositas-Zentrum) beantwortet. Dieser Umweg führt zu unnötigen Verzögerungen, so dass dabei schon einige Wochen ins Land ziehen können. Einige Kassen sind in der Bearbeitung jedoch sehr schnell. Die Knappschaft braucht dazu meistens nur 1 – 2 Wochen. Bei anderen Kassen dauert diese ca. 5 Wochen. Nach der Kostenzusage erhalten Sie bei uns einen Operationstermin meistens innerhalb von 2 Wochen.


Was mache ich, wenn mein Antrag abgelehnt wurde. Lege ich dann einen Widerspruch ein?

Wenn Ihr erster Antrag auf Kostenzusage für einen adipositaschirurgischen Eingriff abgelehnt wurde, lassen Sie sich bitte noch einmal im Adipositaszentrum beraten. Hier wird dann noch einmal überprüft, inwieweit die Voraussetzungen aus unserer Sicht erfüllt sind und ob dann mit einer erneuten Stellungnahme der Widerspruch begründet wird. In vielen Fällen gelingt es dann doch, eine Kostenzusage zu bekommen.


Mein Antrag wurde bereits zwei Mal abgelehnt, und ich will jetzt nicht mehr länger warten. Welche Möglichkeit habe ich dann?

Letztlich besteht für Sie die Möglichkeit, die Operation, als ”Selbstzahler” durchführen zu lassen. Natürlich beraten wir Sie dahingehend und klären Sie über die damit verbundenen Risiken sowie eventuelle Komplikationen auf. Hier gibt es aber mittlerweile eine Risiko-Versicherung, die bei Operationen am Klinikum Vest abgeschlossen werden kann.


Mein Body-Mass-Index beträgt über 60 kg/m². Ich habe gehört, dass es da eine Ausnahmeregelung gibt. Stimmt das?

Im Prinzip ja. Bei einem BMI > 60 geht auch der Medizinische Dienst davon aus, dass unter der multimodalen Therapie keine nennenswerte Gewichtsreduktion mehr erreicht werden kann. So kann z. B. auch ein Bewegungstraining zu vermehrten Gelenkproblemen führen. Sie müssen dann ein verkürztes Programm absolvieren, das letztlich der Vorbereitung auf die Operation dient. Sie sollten dann eine Ernährungsberatung erhalten, die gezielt auf die Zeit nach der Operation abgestimmt ist. Ich empfehle hier dringend den Kontakt zur Selbsthilfegruppe. In den allermeisten Fällen gelingt es uns dann, binnen 2 – 3 Monaten eine Kostenzusage zu erhalten.


Wozu dient die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe?

Am Klinikum Vest gibt es jede Woche einen Termin der verschiedenen Selbsthilfegruppen zum Thema: ”Adipositas”. In erster Linie sollen Sie Gelegenheit erhalten, mit Patienten in der Vorbereitungsphase und auch nach der Operation zu sprechen. Nur vom operierten Patienten können Sie klare Antworten erwarten, wie z. B. ”Wie gehe ich mit einer reduzierten Mahlzeit um? Kann ich ein Restaurant besuchen? Wie geht mein persönliches Umfeld damit um?” Es werden sich aber noch viele andere Fragen ergeben. Hinzu kommen Informationen und Fachvorträge unsererseits, so dass Sie am Ende ein wirklich gut informierter Patient sind.


Ich besuche Internet-Foren zum Thema Adipositas. Muss ich zusätzlich noch zur Selbsthilfegruppe kommen?

Internet-Foren können durchaus wichtige Informationen liefern. Häufig sind dort allerdings so viele Themen bereits bearbeitet, dass Sie schnell den Überblick verlieren. Hinzu kommt, dass sich hier natürlich einige Aktivisten tummeln, deren Motivationslage nicht immer ganz klar ist. Ein persönliches Gespräch oder auch die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe liefert viel mehr Informationen als eine anonyme Internetgruppe.

 


KRANKENHAUSAUFENTHALT UND ZIMMERAUSSTATTUNG

Wie ist die technische Ausstattung in den Krankenhauszimmern?
Gibt es da WLAN oder Netzwerk-Anschlüsse?

Im Knappschafts-Krankenhaus in Recklinghausen gibt es WLAN in allen Krankenzimmern. Den Zugangscode erhalten Sie an der Information über die Nummer auf Ihrem Patienten-Bändchen. Das Patienten-Bändchen erhalten Sie in der administrativen Aufnahme bei der Erledigung der Aufnahme-Formalitäten.


Wie lange ist man im Krankenhaus?

Im Normalfall werden die Patienten am Operationstag oder einen Tag zuvor stationär aufgenommen. Nach der Operation liegt der Aufenthalt im Durchschnitt bei drei bis vier Tagen. Viele der Patienten haben das Krankenhaus bereits am zweiten Tag nach der Operation verlassen.

Jeder zehnte Patient benötigt einen etwas längeren, bis zu einer Woche andauernden Krankenhaus-Aufenthalt. Hinzu kommt bei einigen Patienten die Vorbereitungsphase, die wir in manchen speziellen Fällen stationär durchführen.


Kann ich ein Einzelzimmer am Klinikum bekommen?

Am Knappschaftskrankenhaus ist der Standard ein Zweibettzimmer,  auch ohne Zuzahlung. Einzelzimmer stehen nur begrenzt zur Verfügung und müssen am besten etwa eine Woche vor der Aufnahme gebucht werden, es besteht dann allerdings eine Zuzahlungspflicht.

Ich habe gehört, dass die Einzelzimmer oft ausgebucht sind, was kann man da machen?

Da bitten wir um etwas Geduld. Im Verlauf von 2014 wird die ganze Ebene 8 zur Komfortstation ausgebaut und einige Zimmer speziell für die Adipositaschirurgie hergerichtet.


Gibt es spezielle Zimmer für Patienten mit massivem Übergewicht?

Ja, auf der Station B7 wurden Adipositaszimmer eingerichtet, auch Patienten mit mehr als 400kg können hier versorgt werden.

 


OP-VORBEREITUNG

Warum eine Flüssigphase vor der Operation?

Damit ist die Vorbereitungsphase mit eiweißreicher Flüssigkost vor der Operation gemeint. Diese Flüssigphase erstreckt sich in der Regel über 10 bis 14 Tage vor der Operation. Das Ziel dieser Maßnahme ist eine Gewichtsreduktion von einigen Kilogramm, die vor allem zu einer Verkleinerung der Leber führen soll. Es gibt tatsächlich Untersuchungen, die eine solche Verkleinerung bei einer vorhandenen Fettleber gezeigt haben.

Ich bin allerdings der Meinung, dass eine solche ausgedehnte Flüssigphase nur bei einem Body-Maß-Index > 45 kg/m. erfolgen sollte. Bei Patienten mit einem Body-Maß-Index < 45 halte ich eine Flüssigphase von drei Tagen für ausreichend. Im Wesentlichen geht es mir darum, dass der Magen wirklich sehr gut entleert und möglichst auch der Darm befreit ist. Ein mildes Abführmittel kann dies natürlich unter


Darf ich selbst entscheiden, ob ich die Flüssigphase vor der Operation zu Hause oder im Krankenhaus mache?

Normalerweise ist die Durchführung der Flüssigphase zu Hause geplant. Wir meinen aber, dass zumindest bestimmte Patienten enorm davon profitieren, wenn dies im Krankenhaus geschieht, denn alles was zuhause nicht klappt, funktioniert nun mal bei uns!

Wir werden die Maßgaben der Vorbereitung mit Ihnen absprechen. Hierbei nehmen wir natürlich Rücksicht auf Ihre häuslichen Verhältnisse. Müssen Sie z. B. Kinder versorgen oder anderweitig präsent sein, kann die Flüssigphase auch zu Hause erfolgen.

Wie geht man am besten damit um, wenn man vor der Schlauchmagen-Operation durch die Angehörigen verunsichert wird? Ist es sinnvoll, anderen Menschen vor der Operation davon zu erzählen?

Dafür gibt es leider kein Patentrezept. Mit Ihren Angehörigen müssen Sie dann schon selbst einen Weg finden. Ich halte es schon für sinnvoll, dass Vertrauenspersonen von der Operation wissen. Jedoch auch dafür gibt es kein Patentrezept.

Risikopatient... Ist trotzdem ein Schlauchmagen möglich?

Grundsätzlich ja. Die Risiken müssen natürlich individuell abgeschätzt werden.

Bis zu welchem Gewicht kann operiert werden?

Zurzeit sind wir in Recklinghausen theoretisch in der Lage, Patienten bis zu einem Gewicht von 450 kg zu operieren. Dies war allerdings und Gott sei Dank noch nicht notwendig! Superschwergewichte lagen zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme bei 360 kg. Diese Patienten bereiten wir über eine längere Zeit vor, so dass wir dann immer zu einer raschen Gewichtsreduktion kommen. Die Operation wird dann nach Erreichen eines Zielgewichtes (z. B. 320 kg) vorgenommen.

Darf ich in der Flüssigphase Eis essen?

Solange es sich um Wassereis ohne Zucker handelt, ist da nichts einzuwenden.

Warum verordnen Krankenhäuser vorher eine Flüssigphase und andere nicht?

Die Frage wurde so ähnlich bereits gestellt und oben stehend beantwortet. Ich glaube, dass die Flüssigphase über einen Zeitraum von 10 – 14 Tagen wirklich erst ab einem BMI von 50 kg/m. zwingend notwendig ist. Darunter ist es natürlich kein Fehler und vielleicht auch in der Vorbereitung gut. Jede Gewichtsreduktion vor der Operation erleichtert den Eingriff und reduziert die Risiken, insbesondere dann, wenn sich hierdurch eine Fettleber etwas zurückbildet.

Warum machen einige Krankenhäuser einen Tag vor der Operation ein EKG, und andere richten sich nach dem vielleicht schon 7 Tage alten EKG, welches der Patient mitbringt?

In aller Regel reicht auch das einige Tage zuvor durchgeführte EKG. Eine Wiederholung ist nur notwendig bei neu aufgetretenen Beschwerden.

Welche Voruntersuchungen werden vor der Operation im Krankenhaus gemacht?

Natürlich sehr umfangreiche Labor-Untersuchungen. Sofern noch nicht geschehen, auch eine Magenspiegelung. EKG und Röntgen-Untersuchungen werden nur auf Anforderung der Anästhesie durchgeführt, im Einzelfall auch eine Lungenfunktionsuntersuchung.
Alles weitere richtet sich nach dem persönlichen Risikoprofil.


Ist etwas im Rahmen der eiweißreichen Ernährung bei geschädigter Leber durch Hepatitis zu beachten?

Bei einer deutlichen Leberzirrhose (z. B. Vorschaden durch Hepatitis) kann die Schlauchmagen-Operation unmöglich sein!
Dies gilt allerdings nur für fortgeschrittene Stadien. Hier müssen dann besondere Empfehlungen, auch im Hinblick auf die Ernährung, besprochen werden.


Wann sollte ich vor der Operation das Rauchen einstellen?

Zum Thema Rauchen ist alles schwierig!
Es ist ja gar keine Frage, Rauchen ist ungesund! Vor der Operation sollte man natürlich mit dem Rauchen aufhören. Damit werden Risiken wie z.B. einer Lungenembolie definitiv reduziert. Wünschenswert wäre dies möglichst frühzeitig, d. h. mehrere Wochen vor der Operation. Wenn es jedoch nicht anders geht, dann wenigstens 2 Wochen vor der Operation!

 



OP-ABLAUF, KOMPLIKATIONEN UND DIE ERSTENTAGE NACH DER OP

 

Welche Komplikationen können während der Operation auftreten?

Über Komplikationen klären wir umfangreich im Rahmen der Vorgespräche und letztlich noch einmal kurz vor der Operation auf. Dazu gibt es auch einen Aufklärungsbogen, der auf allgemeine Komplikationsmöglichkeiten bei laparoskopischen Operationen und auf die speziellen Komplikationen bei einer Schlauchmagenoperation oder Bypass-Operation eingeht. Wesentliche Komplikationen während des Eingriffes sind Blutungen oder die Verletzung von Nachbarorganen (Milz!). Bei der Durchführung der Klammernahtreihe kann z. B. auch der sog. ”Kalibrierungsschlauch” mit der Naht gefasst werden. Dies ist jedoch noch behebbar. Daraus können sich allerdings weitere Probleme, wie z. B. die gefürchtete Undichtigkeit der Nahtreihe nach der Operation ergeben. Diese Undichtigkeit, die in der Regel am 2. oder 3. Tag nach der Operation erkennbar wird, bekommen wir zwar so gut wie immer in den Griff, jedoch kann diese Komplikation einen wirklich langen Kranken-hausaufenthalt zur Folge haben.

Schmerzen nach der Operation, was kann ich selbst tun?

Schmerzen bestehen ja eigentlich nur am ersten und nur noch in geringem Maße am zweiten Tag nach der OP. Sie erhalten in vielen Fällen eine sog. ”Schmerzpumpe”, durch die sie selbstständig eine Schmerzmittel-Dosis mittels Knopfdruck abrufen können.

Der Bauchraum wird während der Operation mit Gas aufgefüllt.
Was tun, wenn es nach der Operation drückt und schmerzt?

Schmerzmittel anfordern!

Wundheilungsstörungen – Was kann passieren?
Welche Therapie?

Wundheilungsstörungen nach Schlauchmagenoperationen sind sehr selten (1 –  2%). In der Regel treten diese nur an der Stelle in der Mitte auf, durch die der abgetrennte Magenanteil herausgezogen wurde. Wenn eine solche Wundheilungsstörung auftritt, muss die Wunde geöffnet werden. Möglicherweise ist dazu eine erneute Narkose notwendig. Die Therapie richtet sich nach den allgemeinen Richtlinien der offenen Wundbehandlung.

Wann darf man nach der OP erstmals etwas trinken

Sie dürfen grundsätzlich schon am Tage der Operation, d. h. sobald sie sich auf der Normalstation befinden, schluckweise etwas trinken. Klappt dies gut, dann setzen Sie dies einfach fort. In manchen Fällen klappt dies allerdings nicht, dann muss man eben bis zum nächsten Tag warten.

Ab wann darf ich wieder Kaffee trinken?

Nach 2 – 3 Tagen spricht nichts gegen dünnen Krankenhaus-Kaffee!

Ab wann darf ich nach dem Eingriff wieder rauchen?

Vielen Patienten schmeckt die Zigarette nach der Operation einfach nicht mehr und sie fangen daher gar nicht mehr damit an. Und wenn es dann doch sein muss, bitte ich darum, wenigestens 2 Wochen auf die Zigaretten zu verzichten!

Warum darf ich nach der Operation nicht direkt feste Nahrung probieren?

Weil der Magen frisch operiert ist und nur durch die Klammernahtreihe gehalten wird. Man kann zunächst nicht davon ausgehen, dass der Magen wirklich normal funktioniert und sich auch der Magenausgangsmuskel entsprechend verhält. Flüssigkeit kann im Zweifelsfalle auch so den Magen verlassen. Dies kann man eben bei fester Nahrung nicht annehmen. Also, der Magen muss erst heilen und seine Funktion wieder richtig aufnehmen.


Wieviel Liter muss ich nach der Operation täglich trinken?

Der Schlauchmagenpatient benötigt weder mehr noch weniger Flüssigkeit als der Nichtoperierte. Generell gilt, dass man eine Flüssigkeitsmenge von ca. 1 – 1, 5 L täglich benötigt.

Darf man nach der Operation auf dem Bauch schlafen?
Selbstverständlich dürfen Sie jede Position zum Schlafen einnehmen.


Wie viele Löcher werden bei dieser Bauch-OP gemacht und wie groß sind diese?

Bei unserer Technik benötigen wir in der Regel 4 Zugangswege mit einer Größe zwischen 5 und 14 mm.

Wie lange liegt der Harnblasenkatheter?

In der Regel legen wir zur Operation einen Blasenkatheter!

Wie ist das Hungergefühl nach der Operation noch möglich? Warum kommt es immer noch zu Hungerattacken?

Weil der Magen und nicht der Kopf operiert wurde!

Muss ich die Thrombose-Spritze auch noch zuhause weiter nehmen?

Wir empfehlen, immer noch für weitere 2 Wochen eine Thrombose-Prophylaxe mit Heparin durchzuführen. Die Spritzen geben wir Ihnen für eine Woche mit nach Hause, danach erfolgt die Verschreibung durch den Hausarzt.

Gibt es eine Möglichkeit, den alten Magen nach der Operation zu sehen?

Nach der Operation wird von uns eine Volumen-Messung durchgeführt und manchmal auch ein Foto angefertigt, allerdings nicht in jedem Fall.
Auf besonderen Wunsch geben wir Ihnen den Magen mit nach Hause.

Kann ich mir meine Operation durch ein Video dokumentieren lassen?

Im Prinzip ja. Da die Video-Dokumentation jedoch mit Aufwand verbunden ist, können wir diese nicht in jedem Fall gewährleisten.

Welche Komplikationen können nach der Operation auftreten?

Da es sich um eine Operation im Bauchraum handelt, können nach der Operation Nachblutungen oder eine Undichtigkeit der Nahtreihe auftreten. Ferner kann es zu Thrombosen und auch gefährlichen Embolien kommen. Gott sei Dank sind all diese genannten Komplikationsmöglichkeiten sehr selten eingetreten (<0,5%).

Wie wird der Magen entfernt? Welche Methoden?

Meinen Sie damit die Herausnahme des Magens aus dem Bauchraum? Wenn ja, ist dies die Antwort: Der Magen wird im Bauchraum in einen Beutel verbracht und über den Zugangsweg in der Mitte der Bauchdecke, knapp oberhalb des Bauchnabels, herausgezogen.

Warum wird das meiste Fett im Bauchraum während der Operation nicht entfernt? Könnte der Chirurg dann nicht besser arbeiten?

Das wäre wirklich die Lösung aller Probleme! Leider ist es nicht möglich, die verfetteten Organe einfach zu entfernen! Es gibt allerdings Situationen, bei denen das sog. „große Netz (Omentum majus)!“ entfernt wird. Ein solches Omentum kann schon mal 3 kg wiegen. Wir entfernen dies allerdings nur dann, wenn z. B. bei mehrfach voroperierten Patienten eine „offene Operation“ erforderlich ist. 99 % der Operationen werden allerdings geschlossen,
d. h. laparoskopisch, durchgeführt.

Bekomme ich nach dem Eingriff einen Ausweis über die Operation?
Was steht drin?
Wann brauche ich ihn?
Muß ich ihn immer bei mir führen?

Sie erhalten nach dem Eingriff einen Ausweis, aus dem hervorgeht, welcher adipositas-chirurgische Eingriff bei Ihnen vorgenommen wurde, wann die Operation durchgeführt wurde, welcher Operateur den Eingriff vornahm sowie in welcher Klinik die Behandlung stattfand.

Sofern dann bei Ihnen irgendwann einmal eine Operation im Bauchraum notwendig wird, ist diese Information für den operierenden Chirurgen sehr hilfreich. Dies gilt natürlich auch für viele andere Operationen. Wir sind es als Chirurgen jedoch gewohnt, z. B. im Notfall zu operieren, ohne zu wissen, was da zuvor im Bauchraum schon gemacht wurde. Grundsätzlich ist es sicher gut, wenn Sie selbst Bescheid wissen und auch Ihre nächsten Angehörigen eine Aussage machen können. Wenn Sie Ihren Ausweis mal zu Hause vergessen, geht sicher nicht die Welt davon unter!

Wie lange brauchen die äußerlichen Narben zum Verheilen?

Sieben bis zehn Tage. Das Nahtmaterial ist selbstauflösend und muss in aller Regel nicht entfernt werden. Meist verbleiben die Steristrips (Klammerpflaster) bis zu diesem Zeitpunkt und können dann selbständig entfernt werden. Es sind weltweit natürlich auch Einzelfälle beschrieben worden, wo sich erst zu einem späteren Zeitpunkt noch ein Problem (Fistel) bei der Wundheilung eingestellt hat. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings sehr, sehr gering.

Woher bekomme ich die Krankschreibung? Klinik? Hausarzt?

Grundsätzlich ist die Klinik für die Dauer der stationären Behandlung für die Krankschreibung zuständig. Falls nach der Entlassung eine Verlängerung der Arbeitsunfähigkeit erforderlich ist, wird diese vom Hausarzt ausgestellt.

Wie lange ist man krankgeschrieben?

Die Krankschreibung erfolgt zunächst einmal für die Dauer einer Woche nach der Operation, dies kann natürlich auch verlängert werden. Viele Operierte gehen allerdings bereits nach einer Woche wieder ihrem Beruf nach.

Ab wann darf ich duschen und ab wann baden?

Geduscht werden darf bereits am ersten Tag nach der Operation. Grundsätzlich ist es jedoch besser, bis zur Entfernung aller Venenzugänge am zweiten Tag zu warten. Die Klammer-Pflaster halten einem kurzen Duschbad stand. Bis zu einem Vollbad sollten Sie allerdings 14 Tage warten.

Was sollte ich alles beachten, damit meine Genesung schneller voran geht?

Wirklich beschleunigen können Sie Ihre Genesung nicht! Sie können allerdings Fehler machen, die zu ernsthaften Problemen führen können. Dies betrifft praktisch immer die Nahrungsmenge und –qualität in den ersten Tagen nach der Operation. Dazu erhalten Sie ja von uns einen Plan, den Sie auch unbedingt einhalten sollten. Definitiv zu vermeiden sind kohlensäurehaltige Getränke, da durch die Ausgasung von Kohlensäure ein viel größeres Volumen entsteht und der noch frische Schlauchmagen damit ernsthaft in Gefahr gebracht wird!

Wie und wann wird kontrolliert, ob der Schlauchmagen dicht ist?

Wir überprüfen dies mehrfach während der Operation. Die wesentliche Naht am Magen wird ja mit einem sogenannten Klammernahtgerät vorgenommen. Anschließend wird ein Teil dieser Naht oder auch die vollständige Naht noch einmal per Hand laparoskopisch „invertierend übernäht“. Im Anschluss daran wird vom Anästhesisten eine dünne Magensonde vorgeschoben. Dann werden auf Kommando 100 ml Flüssigkeit in den Magen gespritzt. Unter laparoskopischer Sicht füllt sich dann der Magen sehr rasch zu einer „prallen Wurst“. Eine Undichtigkeit würden wir sehen und entsprechend behandeln.

Eine Röntgenuntersuchung in den ersten Tagen (sog. „Schluck-Röntgen“) führen wir nur in seltenen Fällen durch und zwar immer dann, wenn wir ein Problem ausschließen müssen.

Wie lange dauert die Operation:

Eine Schlauchmagen-Operation dauert in der Regel eine knappe Stunde, d. h. in den meisten Fällen sind wir nach 45 bis 60 Minuten mit dem Eingriff fertig. Ausgenommen sind wirklich spezielle Situationen bei schwerstem Übergewicht (z. B. 350 kg-Patienten). Mit der OP-Dauer meinen wir die sog. „Schnitt-Naht-Zeit“. Die Narkose-Einleitung und Ausleitung dauert noch einmal etwa 30 Minuten.

Werde ich nach der Operation mit Medikamenten erst einmal so versorgt, dass ich nicht sofort zum Hausarzt gehen muss?

Ja, Sie erhalten für mindestens drei Tage ausreichend Medikamente, in der Regel auch für einen längeren Zeitraum (eine Woche). In dieser Zeit sollten Sie allerdings beim Hausarzt vorstellig geworden sein, damit die Nachverordnungen vorgenommen werden können.

Ab wann darf ich nach der OP Besuch empfangen?

Noch am Operationstag.

Was ist, wenn man nach der OP zu früh anfängt verbotene Dinge zu essen?
Kann die Klammernaht reißen?

Ein Reißen der Klammernaht ist so schnell nicht möglich. Dies passiert nur dann, wenn der Magen in den ersten paar Tagen nach der Operation mit Gewalt vollgestopft wird, so dass ein hoher Innendruck entsteht, insbesondere durch die Zufuhr kohlensäurehaltiger Getränke. Grundsätzlich kann hierdurch eine Nahtreihe aufgehen. Das wäre ein großes Desaster!

Ich habe davon gehört, dass bei Undichtigkeiten der Nahtreihe ein „Stent“ gelegt wird.

Ein Stent kommt grundsätzlich bei Undichtigkeiten der Nahtreihe oder aber auch bei Engstellen im Verlauf des Schlauchmagens zum Einsatz. Der Stent ist damit in der Behandlung von Komplikationen ein Thema. Es handelt sich dabei um ein Kunststoff-Röhrchen mit einem Metallgitter, welches sich aufdehnt und an die Schleimhaut anlegt. Dadurch können Undichtigkeiten oder eine Engstelle überbrückt werden.

Kann sich durch eine Magen-Operation im Bauchraum irgendetwas absenken, z. B. die inneren Organe?
Kann das auf die Blase drücken?

Kurze Antwort. Nein!

Wann ist der operierte Magen wieder zusammengewachsen (Klammernaht)?

Definitive Heilung ist nach etwa sieben bis zehn Tagen bereits vorhanden. Die inneren Organe (Magen oder Darm) heilen genauso wie eine Hautwunde. Hier werden ja üblicherweise nach sieben bis zehn Tagen die Nähte entfernt.

Können sich die Klammern (der Klammernaht) lösen? Liegen diese dann im Körper herum und verursachen unter Umständen eine Entzündung?

Einzelne Klammern finden sich immer am Anfang oder am Ende der Klammernahtreihe und bleiben in der unmittelbaren Umgebung. Sie werden vom Bindegewebe eingeschlossen, sind superklein und fein, so dass hier keinerlei Gefahr für eine Entzündung oder eine sonstige Reaktion besteht.

Was ist mit den Metallklammer?
Alarm bei der Flughafenkontrolle?
Kernspintomografie?

Alles kein Problem. Die Klammern sind aus Titan und so winzig, dass kein Alarm ausgelöst wird und einer Kernspintomografie (MRT) steht auch nichts im Wege!



NACHSORGE, SCHWANGERSCHAFT, PLASTISCHE OPERATIONEN

 

Schlauchmagen und Schwangerschaft?
Wie lässt sich das vereinen?
Ab wann sollte oder kann man nach der Operation schwanger werden?

Die Frage wird ja immer wieder gestellt. Grundsätzlich können und dürfen Sie natürlich schwanger werden. Aus unserer Sicht ist eine Schwangerschaft erst nach der Phase der kräftigen Gewichtsabnahme, d. h. nach einem Zeitraum von 12 bis 18 Monaten wünschenswert.

Wie wirksam ist die Pille nach einer Schlauchmagen-Operation?

Die Wirksamkeit der Pille nach einer Schlauchmagen-Operation ist unvermindert gegeben.

Wie sieht es im Fall einer Schwangerschaft mit dem Schlauch aus?
Gilt man als Risikopatientin oder wird das Ungeborene normal versorgt?

Eine Schwangerschaft sollte nach Möglichkeit, wie oben erwähnt, frühestens 1 bis 1 . Jahre nach der Schlauchmagen-Operation eintreten. Die größte Gewichtsreduktion ist dann bereits erreicht. Es liegt dann definitiv keine Risiko-Situation vor. Sofern es doch frühzeitig zu einer Schwangerschaft kommen sollte, empfehle ich die frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem Perinatalzentrum zur weiteren Beratung.

Können nach der OP hormonelle Veränderungen auftreten?

Die Frage ist sehr allgemein gestellt und die Antwort lautet damit allgemein Ja. Es ergeben sich hormonelle Veränderungen, die allerdings nur zum Teil erforscht sind. Die Operation selbst führt dazu, dass bestimmte Hormone, welche im Magen gebildet werden, unmittelbar reduziert werden. So führt die Schlauchmagen-Operation zur Reduzierung des Hormons Grhelin (Hungerhormon), wodurch das Essverhalten allgemein günstig beeinflusst wird. Andere Hormone (z. B. GLP1) werden in ihrem Spiegel ebenfalls verändert. Hierdurch verbessert sich der Zuckerstoffwechsel beim Diabetiker. Die Reduktion des Übergewichtes hat jede Menge Hormonveränderungen zur Folge. In erster Linie bedeutet dies eine Normalisierung.

Was hat es mit dem sogenannten Hungerhormon (Ghrelin) auf sich?
Kann das Appetitgefühl (Hunger) tatsächlich verringert werden?

Dies scheint in der Tat so zu sein. Der Ghrelin-Spiegel reduziert sich nach einer Schlauchmagen-Operation unmittelbar um 50 %. Langzeitstudien liefern sehr unterschiedliche Ergebnisse dazu. Ghrelin ist sicher nicht das Allheilmittel, allerdings führt es offensichtlich zumindest in der frühen Phase nach der Operation dazu, dass der Verzicht auf große Nahrungsmengen erleichtert wird.

Wie wirken Schmerztabletten und Medikamente im Allgemeinen bei einem Schlauchmagen? Sollte man niedriger dosieren als vor dem Schlauchmagen?

Bei einem Schlauchmagen kann man zunächst einmal davon ausgehen, dass alle Medikamente wie gewohnt wieder eingenommen werden können. Natürlich dauert es ein paar Tage, bis sich die Magenentleerung wieder normalisiert hat. Allerdings müssen oftmals Blutdruck-Medikamente sehr rasch reduziert werden, da sich eine Bluthochdruck-Erkrankung (Hypertonie) sehr häufig rasch reduziert. Gleiches gilt für orale Antidiabetika bei einem Diabetes mellitus Typ 2.

Ergeben sich Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten nach der Operation?

Im Allgemeinen nicht. Einige Patienten berichten jedoch über sehr individuelle Unverträglichkeiten, die allerdings sehr variieren.

Ist es ratsam, ein Ernährungstagebuch zu führen (was esse ich, wie viel Kalorien führe ich zu, wie viele Mahlzeiten nehme ich zu mir, was trinke ich und in welcher Menge, etc.)?

In speziellen Fällen mag dies einen Sinn machen. Die allermeisten Patienten können sicher darauf verzichten.

An wen kann ich mich wenden, wenn sich zwischendurch Fragen zur Ernährung ergeben?

Sofern diese Fragen spezifisch mit der Schlauchmagen-Operation zusammenhängen, bitte ich Sie, Kontakt mit dem Adipositas-Zentrum (Ernährungsberatung) aufzunehmen.

Habe ich nach der Operation Anspruch auf eine Ernährungsberatung in meiner Nähe?

Nein. Dies muss im Einzelfall geprüft werden.

Kann ich nach der Schlauchmagen-OP weiterhin Magenspiegelungen durchführen lassen?

Ja, dies ist der klare Vorteil gegenüber einer Bypass-Anlage.

Was, wenn sich der gewünschte Erfolg nicht einstellt?

Gibt es weitere Möglichkeiten einer Operation, z. B. die Anlage eines Magen-Bypass?
In einigen wenigen Fällen (< 5 %) ist die Gewichtsabnahme nicht wirklich zufriedenstellend. Dann muss ggf. eine Umwandlungsoperation zum Bypass vorgenommen werden. Durch den Magen-Bypass kann allerdings auch keine Gewichtsabnahme garantiert werden!

Wer betreut mich nach der Operation weiter und wie lange muss ich betreut werden?

Grundsätzlich wird gefordert, dass Adipositas-Zentren eine lebenslange Nachsorge gewährleisten. Dies ist am Klinikum Vest natürlich der Fall.

Ab wann darf man wieder Sport treiben?
Ab wann darf ich wieder schwer heben?

Die Bauchdecke ist ja aufgrund des minimal-invasiven Zuganges zu keinem Zeitpunkt instabil! Nach Ablauf von zwei Wochen ist praktisch jede Belastung wieder möglich. Zumindest kann ein einfaches Gehtraining in vollem Umfang wieder betrieben werden.

Entsprechend können dann durchaus auch schwere Lasten wieder gehoben werden.
Körperliche Belastungen wirken sich letztlich nicht auf den Schlauchmagen aus, sondern betreffen immer nur die Bauchdecke!

Ernährungsfehler... Magen wieder ausgedehnt...  Was nun?

Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten, erneut operativ zu intervenieren. Dies hängt davon ab, wodurch es zu dem Problem kam.
Wenn sich der Magen wieder ausgedehnt hat, besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer nochmaligen Verschmälerung (Re-Sleeve), ferner kann auch zu dem Sleeve ein Band angelegt werden (Banded-Sleeve), und zusätzlich besteht natürlich auch die Möglichkeit einer Umwandlungsoperation zum Magen-Bypass.

Nicht genügend Abnahme...  Wo liegen die Fehler?

Natürlich letztlich in der Nahrungszufuhr und Nichtbeachtung weiterer Faktoren (Bewegungsmangel). Zunächst muss hier ein wirklich ehrliches Ernährungsprotokoll erstellt werden, um dann gemeinsam die Ursachen zu finden.

Hört man irgendwann einfach auf abzunehmen?

Im Normalfall Ja.
Die Dauer der Gewichtsreduktion liegt normalerweise zwischen 12 und 18 Monaten.

Was tun, wenn ich Hunger habe, um nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen?
In solchen Fällen empfehle ich, auf jeden Fall einen Psychosomatiker aufzusuchen.

Ist es schlimm, wenn man die Multivitamin-Präparate schon einige Tage nach der Operation nimmt und nicht, wie empfohlen, 4 Wochen später?

Schlimm ist es sicher nicht, aber es ist definitiv nicht erforderlich.


In welchen Abständen finden Nachuntersuchungen statt?

Unmittelbar nach der Operation ist ja die Wundheilung noch nicht abgeschlossen. Wir verwenden grundsätzlich selbstauflösendes Nahtmaterial, so dass die Entfernung des Fadenmaterials in aller Regel nicht notwendig ist. Die sog. „Steristrips“ decken die Wunden ab und man kann bereits am ersten Tag nach der Operation schon kurz duschen. Eine Wundkontrolle ist nur notwendig, wenn Schmerzen oder eine Rötung auftreten. Die eigentliche Nachsorge beginnt mit dem ersten Termin nach Ablauf von etwa vier Wochen. Dieser Termin ist wirklich wichtig und sollte nach Möglichkeit wahrgenommen werden. Maßgeblich ist hier die Ernährungsberatung. Weitere Termine werden dann in dreimonatigen Abständen mit der Ernährungsberatung abgesprochen. Im zweiten Jahr nach der Operation sind dann noch einmal zwei Termine vorgesehen. Im Langzeitverlauf findet lediglich ein Mal pro Jahr eine Nachuntersuchung statt.

Viele Fragen lassen sich allerdings auch am Telefon beantworten. Da wir die bei uns erhobenen Daten fortlaufend dem Register (Qualitätssicherungsstudie) übermitteln müssen, benötigen wir dahingehend ihre Unterstützung, auch wenn Sie das Thema Übergewicht lange hinter sich gelassen haben.


Kann ich nach der Schlauchmagen-Operation weiterhin Magenspiegelungen durchführen lassen?

Ja, im Gegensatz zur Bypass-Operation kann der Magen und auch der Zwölffingerdarm gespiegelt werden.

Werden alle Körperteile in einer OP gleichzeitig gestrafft oder nach und nach?

Darauf antworte ich sehr gerne, zumal wir alle in Frage kommenden Operationen vornehmen (Bodylift, Bauchdecken-Plastik, Arm- und Beinstraffung, Brust-Operation). Man kann schon einige OPs kombinieren, z.B. eine Bauchdeckenstraffung mit einer Armstraffung oder einer Bruststraffung. Man muss allerdings bedenken, dass die Operationszeit sich dadurch um 1,5 - 2 Std. verlängert. Bei einer zirkulären Bodylift-OP beginnt man ja in der Bauchlagerung und dann wird auf den Rücken umgelagert werden und eine solche Operation dauert dann leicht 4 - 5 Std. und zusätzlich dann noch die Arme, wären es 6 Std., sicher etwas zu belastend für den Körper.

Welche Kriterien muss ich erfüllen, um nach erfolgreicher Abnahme auch die
Kostenzusage für die Straffungs-OP’s zu bekommen?

Die Beantragung der Kostenübernahme für eine der genannten Operationen erfolgt nach Vorstellung in meiner Sprechstunde. Der Zeitpunkt dazu ist individuell sehr unterschiedlich und kann bereits in einigen Fällen frühzeitig, auch bei noch hohem Body-Maß-Index, sinnvoll sein. Dies gilt allerdings meistens nur für Patienten, die mit einem massiven Übergewicht (z. B. 250 kg) operiert wurden und vielleicht 100 kg rasch abgenommen haben. Eine massiv überhängende Fettschürze sollte meiner Ansicht nach frühzeitig entfernt werden. Dies löst einen enormen Motivationsschub aus, und ich glaube auch, dass der Stoffwechsel davon erheblich profitiert. In der Regel wird allerdings ein solcher Antrag auf Kostenübernahme erst gestellt, wenn der Body-Mass-Index um oder besser unter 30 liegt.

Ich empfehle frühzeitig, auch einen Dermatologen aufzusuchen, so dass dieser einen Befund erheben kann, aus denen sich auch die Notwendigkeit einer Straffungs-Operation ergibt.

Die eigentlichen Kriterien zur Kostenübernahme sind nur schwer zu erfüllen. So ist in verschiedenen Urteilen festgehalten worden, dass eine Funktionsbehinderung oder aber ein wirklich entstellendes Bild vorliegen müssen. Sie können daran erkennen, dass es sehr schwer ist, eine schlüssige Begründung im Rahmen der Antragsstellung abzugeben und man daher schon auf einiges Wohlwollen angewiesen ist.  Dennoch gelingt es mir sehr häufig, eine Kostenzusage, insbesondere für die Korrektur-Operationen am Körperstamm, zu erhalten. Grundsätzlich kann man viele Körperregionen simultan operieren. Oft macht es allerdings Sinn, die einzelnen Körperregionen separat zu operieren. Die Operationsdauer ist ansonsten manchmal kaum vertretbar und der Körper erholt sich doch einfach wesentlich schneller, wenn Schritt für Schritt vorgegangen wird.

Werden Korrektur-Operationen immer übernommen bzw. sind diese immer notwendig? Werden die Kosten immer übernommen?

Das kann man so wirklich nicht bestätigen! Korrektur-Operationen sind auch nicht immer nötig. Ab einem Ausgangs-Body-Mass-Index von 45 kann man allerdings schon ziemlich sicher davon ausgehen, dass zumindest eine Bauchdecken-Plastik erforderlich wird.

Ist eine Wiederherstellungs-Operation erst nach Abschluss der Familienplanung sinnvoll, oder kann man sich ruhig vorher operieren lassen?

Die Frage kann man nur im Einzelfall beantworten. Natürlich ist es unsinnig, eine Bauchdecken-Plastik vorzunehmen, wenn klar absehbar ist, dass innerhalb eines kurzen Zeitraumes mit einer Schwangerschaft zu rechnen ist. In einem solchen Fall würde ich doch empfehlen, die Straffungs-Operation erst nach der Schwangerschaft zu planen.

Wann sollte man nach Erreichen seines Zielgewichtes die WHO’s in Angriff nehmen, der Körper verändert sich doch noch weiter?

Die Frage wurde so ähnlich schon einmal gestellt und beantwortet. Ideal ist sicher ein Body-Mass-Index um 30 kg/m. In einigen Fällen nehmen wir den ersten Schritt (Fettschürzen-Resektion von vielen Kilogramm) jedoch relativ frühzeitig vor. In so einem Fall steigert eine vorzeitige Operation enorm die Mobilität, so dass dann auch eine weitere Gewichtsreduktion eher möglich ist. Eine erneute Straffung im Bereich der Bauchwand ist nur selten notwendig. Meistens handelt es sich um kleinere Korrektur-Eingriffe.

Sind Flüssigkeitsansammlungen nach WHO eher die Regel?

Zumindest muss bei 10 bis 30 % der Fälle damit gerechnet werden. Es entsteht eine rie¬sige Wundfläche, die vom Schambein bis zum Brustbein reicht. Bei der Operation werden zwar Drainagen gelegt, aber auch diese können die Entstehung von Wundwasser (Serom) nicht verhindern, da diese nach ein paar Tagen wieder entfernt werden müssen. In Einzelfällen muss im Verlauf mehrfach dieses Wundwasser abpunktiert werden, manchmal müssen auch erneut Drainagen eingebracht werden. Keine Sorge, wir bekommen dieses Problem immer in den Griff!

Wie gefährlich sind WHO-OPs?
Wie beantrage ich diese bei der Krankenkasse?

Wiederherstellungs-chirurgische Eingriffe sind letztlich große Operationen, die nicht absolut zwingend notwendig sind. Hier muss in jedem Einzelfall entschieden werden. Eingriffe, die letztlich von der Krankenkasse bezahlt werden, gelten ja als medizinisch indiziert und daher auch als notwendig. Die Risiken bestehen insbesondere in Wundheilungsstörungen, Nachblutungen nach der Operation oder auch sog. „Serombildungen“. Alle drei Probleme kann man praktisch immer in den Griff bekommen. Der Aufenthalt im Krankenhaus kann sich allerdings deutlich verlängern.

 


ALLGEMEINE FRAGEN ZUM SCHLAUCHMAGEN UND
LANGZEITVERLAUF

Warum Schlauchmagen?
Was ist mit einem Magenballon bzw. Magenband oder sogar Magen-Bypass?

In Abwägung aller Vor- und Nachteile scheint der Schlauchmagen zurzeit aus meiner Sicht das Verfahren der Wahl für die allermeisten Patienten zu sein.
Der Magenballon ist definitiver Unsinn, da er nach einem halben Jahr entfernt wird und in der Regel bis dahin keine wirklich zufriedenstellende Gewichtsreduktion erreicht wurde. Das Magenband kann funktionieren, erfordert allerdings eine hohe Compliance. 30 bis 50 % der Magenbänder müssen im Verlauf von zehn Jahren wieder entfernt werden. Dann wird eine erneute Operation notwendig.

Der Magen-Bypass ist grundsätzlich eine gute Operation, bringt jedoch eine Menge Probleme mit sich, da z. B. der Magen nicht mehr endoskopisch untersucht werden kann. Ferner besteht das Risiko eines Dumping-Syndroms.

Wie viele Schlauchmägen werden bundesweit im Jahr gelegt?

Im Jahr 2014 wurden knapp 4000 Schlauchmägen dem zentralen Register (Qualitätssicherungsstudie) gemeldet. Darüber hinaus noch eine Anzahl von Operation, die in Privatkliniken etc. durchgeführt wurden. In Recklinghausen liegt die Zahl an Schlauchmagenoperationen mittlerweile bei über 500 pro Jahr.

Wann wurde der erste Schlauchmagen im Rahmen einer Adipositas-OP gelegt?

Der Literatur nach im Jahre 2002 durch Michel Gagner (siehe Wikipedia).

Schlauchmagen-Vorteile und – Nachteile?

Vorteil: Der Vorteil besteht sicher darin, dass endoskopisch der obere Magen-Darm-Trakt vollständig untersucht werden kann. Es bestehen keinerlei Einschränkungen im Hinblick auf die Resorption von Vitaminen und Mineralien. Die Operationstechnik ist in hohem Maße standardisiert und die Komplikationsraten liegen weltweit unter denen der Magen-Bypass-Operation.

Hat eine Schlauchmagen-Operation positive oder negative Auswirkungen bei M. Crohn?

Bei M. Crohn verbietet sich eine Magen-Bypass-Operation! Eine Schlauchmagen-Operation ist problemlos möglich. Es kann davon ausgegangen werden, dass zumindest kein nachteiliger Effekt eintritt.

Wie hoch ist die Gefahr tatsächlich bei oder nach der Operation zu sterben und was kann man tun, um das Risiko zu senken bzw. was darf man gar nicht (Rauchen)?

Das Risiko, an einem adipositaschirurgischen Eingriff wie einer Schlauchmagenoperation während der Operation zu versterben, beträgt annähernd Null Prozent.

Wir haben dies bei jetzt über 2500 Patienten noch nicht erlebt. Natürlich gibt es Fälle, bei denen es bei einer relativ einfachen Operation z. B. zu einem Herzinfarkt kommt. Das Risiko liegt aber bei etwa 1:10000. Eine schwere Komplikation nach einer Operation (Leckage, Blutung) tritt in etwa 0,3 % der Fälle auf. Hier hat dann eine Bauchfellentzündung auch schon einen Todesfall zur Folge gehabt.

Darüber hinaus hatten wir zwei Patienten, die infolge eines Herzinfarktes und/oder einer Lungenembolie in den ersten Tagen nach der Operation verstorben sind. Eine Patientin (Raucherin und Diabetikerin) hat am Entlassungstag in der Raucherecke einen Herzinfarkt erlitten und ist daran letztlich auch verstorben.

Muss man bei der Schlauchmagen-Operation durch die Vagina in den Bauchraum?

Nein, man muss nicht. Wir gehören allerdings zu den wenigen Zentren weltweit, die auch die transvaginale Operationstechnik durchführen. Die Technik eignet sich allerdings nur für Patientinnen mit einem BMI bis 45. Die Bergung des Resektates ist transvaginal sehr einfach möglich. Es fehlen allerdings noch geeignete Instrumente, um über den transvaginalen Zugang im Oberbauch operieren zu können.


Ist ein vaginaler Eingriff (transvaginale Resektatbergung) bei einer Schlauchmagen-OP auch während der Menstruation möglich?

Nach Möglichkeit sollte der transvaginale Zugang nicht während der Menstruation erfolgen.

Bis zu welchem Alter werden Schlauchmagen-Operationen durchgeführt?

Hier gibt es keine Altersgrenze mehr. Der älteste Patient in unserem Zentrum war 73 Jahre alt.

Ab welchem Alter kann man operiert werden?

Grundsätzlich operieren wir unabhängig vom Alter. Letztlich kommt es natürlich auf das biologische Alter bzw. das Risikoprofil an. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren nehmen wir die Operation nur vor, wenn die Indikationsstellung in einer entsprechend versierten
Einrichtung erfolgte.

Wie lange kann man mit einem Schlauchmagen leben?
Gibt es schon Langzeit-Studien?

Langzeit-Studien gibt es nicht, da die ersten Schlauchmagen-Ops vor etwa 10 Jahren erfolgten. Man darf aber getrost davon ausgehen, dass die Lebenserwartung durch die Operation nicht sinkt, sondern steigt!
Kann es bei einem Schlauchmagen zu Dumpings kommen?

Vom Prinzip her nicht. Es wurden allerdings Dumping-ähnliche Symptome beschrieben, Die Ursache ist letztlich unklar.

Gibt es überhaupt ein Dumping oder hat man einfach nur zu viel oder das Falsche gegessen? Gibt es ein Dumping tatsächlich nur beim Bypass?

Das Dumping-Syndrom entsteht durch die Nahrungspassage direkt in den Dünndarm. Diese Nahrungspassage in den Dünndarm ist nur bei dem Bypass gegeben und nicht beim Schlauchmagen.

Kann ich jemals wieder normale Portionen essen?

Die Frage ist, was sie unter normal verstehen?!
Großvolumige Portionen sollten es definitiv nicht sein.

Warum darf man nicht gleichzeitig essen und trinken?

Diese Empfehlung gilt für alle apositaschirurgischen Eingriffe. Feste Nahrung führt einfach zu einem schnelleren Sättigungsgefühl und vor allem zu einem länger anhaltenden Sättigungsgefühl. Reine Flüssigkeit verlässt auch den Schlauchmagen ziemlich rasch und führt zu keiner Sättigung.

Die meisten bekommen Gallensteine durch die Umstellung und die große Gewichtsabnahme. Wie ist es mit denen, die schon vor der Operation keine Galle (Gallenblase) mehr hatten?
Wie reagiert der Körper dann?
Muss dann etwas beachtet werden?

In mehr als 99 % der Fälle ist die Gallenblase der Ort der Entstehung von Gallensteinen! Bei entfernter Gallenblase ist es allerdings sehr unwahrscheinlich, dass sich jemals im Leben noch mal Gallensteine bilden, grundsätzlich ist dies allerdings möglich!
Kommt es zu Oberbauchbeschwerden, insbesondere auf der rechten Seite, muss man natürlich auch an diese Möglichkeit denken und entsprechende Untersuchungen (Laborwerte, ERCP) vornehmen. Gott sei Dank sind diese Untersuchungen (ERCP) nach einer Schlauchmagenbildung möglich. Diese Möglichkeit besteht nicht bei der Magen-Bypass-Anlage..

Warum können Gallensteine nach der Gewichtsreduktion auftreten?

Die Gallenflüssigkeit ändert sich in der Phase der starken Gewichtsreduktion in ihrer Zusammensetzung. Dadurch können eher Gallensteine entstehen. Diese Phase geht einher mit der starken Gewichtsabnahme. Im Verlauf ist hier das Risiko nicht mehr erhöht.

Warum wird die Galle nicht automatisch mitentfernt, da doch eine 50:50-Chance besteht, damit Probleme zu bekommen?

Das Risiko einer Gallensteinbildung nach der Operation liegt vielleicht bei 10 – 20 %. Nach massiver Gewichtsabnahme ist dann die Gallenblasenoperation deutlich einfacher als während der Schlauchmagenoperation. Da die Gallenblasen-Entfernung immer ein zusätzliches Risiko darstellt, wird diese nur bei einer relativ geringen Anzahl von Patienten primär mit entfernt.

Muss ich wieder mehr essen, um mein Zielgewicht halten zu können?

Sie sollten definitiv kein Untergewicht anstreben! Bei einem BMI unter 25 muss man sicher aufpassen und hier ggf. auch die Nahrungsmenge bzw. die Frequenz erhöhen. Hierzu müssen Sie zur Ernährungsberatung.

Darf ich jemals wieder Alkohol trinken?

Ja, man darf! Allerdings alles in Maßen.

Wie ist es mit dem Sodbrennen nach der Operation?

30% aller Menschen leiden unter Sodbrennen. In vielen Fällen verschwindet dieses nach einer Gewichtsreduktion bzw. Ernährungsumstellung. In einzelnen Fällen beheben wir bei der Operation auch die Ursache des Sodbrennens (Zwerchfellbruch). Dies ist allerdings nicht immer möglich. In einigen Fällen ist dies wiederum nach einer starken Gewichtsreduktion erforderlich. Im eigenen Patientengut sehen wir allerdings nur wenige Patienten mit einem hartnäckigen Sodbrennen. Hier kann dann eine Umwandlungsoperation zum Magenbypass im Verlauf erforderlich werden.

Wir nehmen ja bei der Schlauchmagenoperation praktisch immer eine Übernähung im oberen Anteil vor. Diese Übernähung nimmt wahrscheinlich einen positiven Einfluss, d. h. dadurch wird das Sodbrennen weitestgehend verhindert.

Wäre es schlimm, wenn ich nach der dritten Woche nach der Operation anfange, ab und zu Wassermelone zu essen, wenn ich die Suppen usw. nicht mehr sehen kann?

Hier liegen Ihnen ja Ernährungsempfehlungen vor. Im Prinzip spricht nichts dagegen, wenn es, wie von Ihnen gesagt, nur ab und zu der Fall ist.

Wieviel Magenvolumen hat man vor der Operation?

Vor der Operation dürfte das Magenvolumen mindestens 1 – 1,5  L betragen. Maximal große Mägen erreichen sicher ein Volumen von 4 und mehr Litern.

Sind die Schlauchmägen alle gleich groß?

Wir verwenden bei der Operation einen sogenannten Kalibrierungsschlauch, d. h. es wird eine dicke Magensonde (Charrière 32) gelegt, diese dient uns als Maßstab bei der Magenverkleinerung. Im Normalfall und dies gilt für 90 % der Operationen, wird dadurch der Schlauchmagen mit einer geringen Schwankungsbreite gleich groß sein. Abweichungen ergeben sich bei sehr schwierigen lokalen Verhältnissen.

Warum können einige wenige doch wesentlich mehr essen als andere (100 ml)?
Wie groß ist das Volumen des Schlauchmagens?

Die Angaben hinsichtlich des Sleeve-Volumens (100 ml) darf man nicht als absolut betrachten. Während der Operation werden zwar die 100 ml bei der Dichtigkeitsprüfung eingebracht, damit ist allerdings nicht das Sleeve-Volumen wirklich exakt vermessen. Dazu besteht auch keine Möglichkeit. Entsprechend gibt es von vornherein Abweichungen davon und im Verlauf hängt natürlich alles von den Ernährungsgewohnheiten ab!

Warum haben manche Patienten nach der OP immer noch ein Hungergefühl und manche nicht?

Wir Adipositas-Chirurgen und Wissenschaftler wissen zwar ziemlich viel, aber letztlich nicht alles! Eine definitive Antwort gibt es dazu nicht.

Warum handeln Krankenhäuser unterschiedlich, z. B. was den Nahrungsaufbau nach der Operation angeht?

Es gibt hier keine Vorschrift, sondern letztlich nur Erfahrungswerte. Unsere Erfahrungen umfassen ja mehr als 2500 Schlauchmagen-Operationen. Daher können wir sagen, dass unsere Empfehlungen in den allermeisten Fällen ausreichend sind, angenommen werden und zum Erfolg führen.

Kann ich trotz Schlauchmagen wieder zunehmen?

Leider kann man nach jedem Adipositas-chirurgischem Standard-Eingriff (Schlauchmagen, Magen-Bypass, Magenband) wieder zunehmen. Die sogenannte SOS-Studie, publiziert z. B. im New England Journal of Medicine, belegt eindeutig, dass der raschen Gewichtsabnahme in den ersten 1 Jahren im Durchschnitt eine langsame Gewichtszunahme über einige BMI-Punkte über einen Zeitraum von 10 Jahren folgt. Auch bei nichtoperierten Patienten zeigt sich ja mit zunehmendem Alter im Durchschnitt eine leichte Gewichtszunahme. Diese eher diskrete Gewichtszunahme ist unbedenklich. Problematisch sind allerdings echte „Rückfallsituationen“, wo es z. B. nach einer Gewichtsreduktion von etwa 70 % wieder zu einer Zunahme von 20 und mehr Kilogramm kommt. Soweit sollte es definitiv nicht kommen! Soweit sich eine solche Tendenz abzeichnet, muss die Ursache erforscht und ein neuer Therapieansatz gefunden werden.

Wieviel nimmt man ab mit dem Schlauchmagen und in welcher Zeit?

Nach über 2500 Schlauchmagen-Operationen in Recklinghausen können wir anhand unserer Ergebnisse im Durchschnitt eine Reduktion des Übergewichtes von etwa 70 % prognostizieren, d. h. dass es eine Variationsbreite gibt. Dabei erreichen nicht wenige Patienten absolute Normgewichtigkeit (BMI < 26). Andere kommen einfach nicht soweit. Nur sehr wenige Patienten nehmen nur recht bescheiden ab. Hier wird dann, sofern gewünscht, ein Korrektureingriff notwendig. Die Gewichtsabnahme verläuft zunächst sehr schnell, nach etwa einem Jahr oder nach 18 Monaten, ist in etwa das Ende erreicht.

Warum wird auch nach der OP weiterhin die Teilnahme an einer SHG empfohlen?

Die Teilnahme an der SHG dient ja nicht nur dazu, eine Kostenzusage zu erhalten! Vielmehr ist die Teilnahme an der SHG ein Bestandteil des multimodalen Therapiekonzeptes, welches letztlich zeitlebens zur dauerhaft erfolgreichen Behandlung der chronischen Erkrankung Adipositas gehört. Im Rahmen der MDK-Begutachtung spielt gerade diese Erkenntnis eine wichtige Rolle. Die Probleme, die zum massiven Übergewicht geführt haben, sind mit der Operation ohnehin nicht komplett verschwunden!

Was kann man gegen Haarausfall nach der Operation tun?
Welche Mittel gibt es?

In der Phase der massiven Gewichtsabnahme, d. h. innerhalb der ersten 12 bis 18 Monate nach der Operation, ist häufig ein starker Haarausfall zu beobachten. Ganz offensichtlich hat dies mit den massiven Stoffwechselveränderungen zu tun, ohne dass ich exakt sagen kann, welche Veränderung hierfür verantwortlich ist. Hier kann ich nur darauf verweisen, dass unsere qualifizierte Ernährungsberatung auch auf diese Fragen eingeht. Möglicherweise können Multivitamine den Haarausfall reduzieren oder in einigen Fällen komplett vermeiden.

Ich kann an dieser Stelle nur trösten und darauf verweisen, dass noch kein Patient eine Perücke benötigt hat.

Gibt es Lebensmittel oder Getränke, die nach dem Eingriff für mich lebenslang tabu sind?

Kohlensäurehaltige Getränke.

Ist es schlimm, mal einen Kaugummi zu verschlucken?

Unbedenklich.
Die gröbsten Fehler im Hinblick auf die Schlauchmagenbildung bestehen darin:
1. Den Schlauchmagen als die Lösung aller Probleme ansehen.
2. Die Komponenten des multimodalen Therapieprogrammes lediglich als Mittel zum Zweck (Kostenübernahme) zu betrachten.
3. Die Ernährungsempfehlungen hinsichtlich Zusammensetzung und Menge generell und insbesondere in den ersten Wochen außer Acht zu lassen.

Warum erfolgt die Schlauchmagenbildung auf 100 ml und nicht z. B. auf 500 ml?

In den Anfängen der Schlauchmagenoperationen wurde das Magenvolumen z. B. auf 500 ml reduziert. Es hat sich jedoch schnell gezeigt, dass mit dieser Schlauchmagengröße kein dauerhafter Erfolg im Sinne einer guten Gewichtsabnahme erreicht wird.

Wie kommt es dazu, dass sich später ein Schlauchmagen wieder ausdehnen kann?

Letztlich nur, indem durch volumenreiche Mahlzeiten Schritt für Schritt der Magen überdehnt wird. Der Rückfall in alte Gewohnheiten ist der Anfang dieses Übels! Daher gilt unbedingt, den Nahrungsempfehlungen zu folgen und insbesondere kohlensäurehaltige Flüssigkeiten zu meiden!

Warum kennen viele Hausärzte sich überhaupt nicht mit Schlauchmägen aus?

Darüber sollte man sich nicht wundern. Das ganze Thema Adipositas-Chirurgie ist ja wirklich noch nicht so flächendeckend bekannt. Hinzu kommt, dass immer noch relativ neue Verfahren „Schlauchmagen“. Es sind allerdings doch schon viele Ärzte informiert, schließlich organisieren wir ja, reichlich Veranstaltungen zu diesem Thema. Ich hoffe, dass sich die Situation im nächsten Jahr durch einen Artikel im Ärzteblatt noch einmal deutlich verbessert.

Wie weit verbessert sich ein Diabetes mellitus nach der Operation?

In etwa 70 % der Fälle verschwindet der Diabetes derart, dass keine Medikamenten-Einnahme mehr erforderlich ist. Grundsätzlich gilt allerdings, dass man immer vorsichtig sein muss, und dass dieser Effekt auch nach fünf oder zehn Jahren wieder verschwunden sein kann. Eine gesunde Ernährung beugt einem erneuten Diabetes definitiv vor.

Hört das Abnehmen von alleine auf, wenn man sein Idealgewicht erreicht hat?

In aller Regel reduziert sich ja die Gewichtsabnahme Schritt für Schritt. Dazu sind ja die Nachsorge-Termine auch da und um die Dynamik der Gewichtsreduktion zu beobachten. Man sollte bitte nicht in einen „Schlankheitswahn“ verfallen.

Wie ist das mit diesen großen Abnahmemengen?
Hört das irgendwann auf?

Selbstverständlich hört es auf und dann wird auch die Gewichtsabnahme von Monat zu Monat geringer. Bedenken Sie, dass Sie am Anfang immer noch viel Energie benötigen, um Ihre Masse (z. B. Übergewicht von mehr als 150 kg) zu bewegen. Mit jedem Kilogramm, dass Sie weniger bewegen müssen, benötigen Sie weniger Energie und aus dem Grunde nehmen Sie dann irgendwann nicht mehr ab.

Habe ich weiterhin Einfluss auf die Gewichtsabnahme?

Aber selbstverständlich. Beherzigen sie alle Ratschläge, dann wird alles gut verlaufen!

Hat man nach einer Magenoperation Anspruch auf eine Reha?

Nein. Schwieriges Kapitel!

Welche Kliniken sind geeignet? Gibt es spezialisierte Einrichtungen?

Natürlich gibt es spezialisierte Kliniken gerade im Hinblick auf die Adipositas-Chirurgie. Nach jetzt über 2500 Schlauchmagen-Operationen bei insgesamt 300 adipositaschirurgischen Eingriffen besteht hier natürlich eine enorme Expertise, die letztlich ja auch zur Zertifizierung als Exzellenzzentrum geführt hat.

Sollte man jedem anderen Arzt (Zahnarzt) sagen, dass man einen Schlauchmagen hat und ist es wichtig, dass er das weiß?

Zahnärzte sind keine Ärzte! Aber grundsätzlich ist es nicht wirklich erforderlich, so lange es nicht um ein spezifisches Bauchproblem geht.

Liegen bereits Langzeitstudien vor?

Die ersten Operationen in dieser Technik wurden etwa 2002 vorgenommen. Wenn Sie unter Langzeitstudien Verläufe von mehr als 10 Jahren verstehen, dann gibt es diese natürlich nur mit sehr geringer Fallzahl von <100 Patienten. Es hat dann noch einmal eine Zeit gedauert, bis die Eingriffe wirklich so standardisiert wie heute erfolgten. Es wird also noch einige Jahre benötigen, bis wir über echte Langzeitergebnisse von 10 und mehr Jahren berichten können. Erste Mitteilungen sind allerdings sehr positiv.

Wer übernimmt die Nachsorge, z. B. bei Mangelerscheinungen nach der OP (z. B. Vitamin B12)?

Der Hausarzt oder im Zweifelsfall das Adipositas-Zentrum.

Muss ich gynäkologisch zur Nachsorge? Ergeben sich Komplikationen durch den vaginalen Operationszugang?

Gynäkologische Untersuchungen sollten wie üblich erfolgen. Nach transvaginalem Zugang haben wir noch nicht eine Komplikation diesbezüglich gesehen. Etwa 4 Wochen danach wäre sicher eine gynäkologische Untersuchung anzuraten, bei Beschwerden natürlich eher. Es ist ja wohl so, dass ältere Patienten langsamer abnehmen.

Kann es auch passieren, dass jemand trotz Schlauchmagen und Einhalten der Pläne nicht abnimmt?

Bei älteren Patienten ist die Gewichtsreduktion vermutlich aufgrund der eingeschränkten körperlichen Aktivitäten verlangsamt. Natürlich kann es im Einzelfall auch so sein, dass trotz Einhalten der Ernährungspläne die Gewichtsreduktion unbefriedigend ist. Hier wird es dann in der Tat schwierig. In der Regel muss einfach die körperliche Aktivität gesteigert werden.

Was tun bei Verstopfung, welche Mittelchen werden empfohlen, wie kann man eventuell diese Probleme vermeiden?

Hier verweise ich auf unsere Ernährungsberatung. Grundsätzlich gelten hier die gleichen Empfehlungen wie bei nicht am Magen Operierten. Ausreichend Flüssigkeit zuführen, bal-laststoffreiche Kost, ggf. „Mittelchen“.

Ist man ein Versager, wenn man nach einer Magen-OP lediglich 70 % des Übergewichtes abgenommen und nicht sein Normalgewicht erreicht hat?

Ganz im Gegenteil, es kann als großer Erfolg angesehen werden, wenn im Durchschnitt 70 % des Übergewichtes verloren gehen. Keine andere Methode ist in der Lage, das Übergewicht derartig erfolgreich zu behandeln.

Sollte man bei einem Body-Mass-Index über 35 mit Folgeerkrankungen eventuell einen Zweiteingriff angehen?

Grundsätzlich kann man das diskutieren. Dies muss mit dem Patienten im Einzelfall abgesprochen werden. Auch hier gilt die Ausgangslage. Wenn z. B. bei einem Body-Mass-Index von über 60 operiert wurde und die anschließende Gewichtsreduktion zu einem Body-Mass-Index von 35 geführt hat, ist das natürlich schon ein sehr gutes Ergebnis. Besteht z. B. immer noch ein Diabetes mellitus, kann man über einen Folgeeingriff nachdenken.

Was wäre, wenn ich einmal Magenkrebs bekäme – könnte dann überhaupt noch ein Teil des Magens entfernt werden?

Bei Magenkrebs muss der Magen in der Regel komplett entfernt werden. Dies ist natürlich auch nach einer Schlauchmagen-Operation möglich.

Besteht ein erhöhtes Risiko, an Magenkrebs zu erkranken?

Nach einer Schlauchmagen-Operation definitiv nicht.

Wie sind die verschiedenen OP-Techniken entstanden und werden diese auch in anderen Bereichen verwendet (z. B. beim Magenkrebs)?

Bei Magenkrebs wird der Magen in der Regel nicht verschmälert, sondern vollständig oder fast vollständig entfernt. Bei anderen Tumoren (GIST-Tumor) kann man in der Tat, ähnlich wie bei einem Schlauchmagen vorgehen. Eine Längsresektion kann dabei ausreichend sein. Wir haben hier bereits mehrere Fälle in dieser Art behandelt. Die verschiedenen adipositaschirurgischen Techniken haben sich über Jahrzehnte entwickelt und sind derzeit letztlich auch noch nicht abgeschlossen. Der Schlauchmagen wird allerdings immer einen erheblichen Stellenwert haben und ich glaube in der Tat, dass damit 80 – 90 % der Patienten ausreichend, bei guter Lebensqualität, behandelt werden können.

Wie muss der Lebensstil nach der Operation aussehen?

So wie im multimodalen Therapiekonzept empfohlen, mit möglichst viel Bewegung, gesunder und bewusster Ernährung unter entsprechender Berücksichtigung der Portionen. Ggf. sind ebenfalls verhaltenstherapeutische Maßnahmen zu empfehlen. Dabei müssen die Psychosomatiker zu einer Aussage kommen.


Wenn ich einen Reflux als Übergewichtige(er) habe, würde ich mit einem Sleeve oder mit einem Magen-Bypass zurechtkommen?
Oder sind beide Operationen für mich nicht geeignet?

Eine absolut sichere Aussage lässt sich dazu im Vorfeld nicht machen. Es hängt auch vom Body-Mass-Index ab, ob z. B. bei der Schlauchmagen-Operation gleichzeitig eine Zwerchfell-Lücke geschlossen werden kann. Ich hatte oben bereits angemerkt, dass wir die Schlauchmagen-Operation so vornehmen, dass auch gleichzeitig ein gewisser Reflux-Schutz angelegt wird. Bei extremen Reflux-Problemen ist vielleicht doch eher eine Bypass-Operation zu empfehlen.

Ich habe eine Frage zur Medikation bei Colitis ulcerosa und Morbus Bechterew.
Ich würde gerne wissen, wie es mit den Medikamenten vor und nach der Operation aussieht und vor allem wie es mit Remicade (Infusion) läuft?

Mir wurde in der Rheuma-Klinik mal gesagt, dass ich Remicade ein oder zwei Mal ausfallen lassen sollte!
Der Empfehlung der Rheuma-Klinik kann ich mich da nur anschließen.

Was mache ich z. B. nach dem Sport, wenn ich richtig Durst habe, ich aber nicht viel trinken kann?
Löschen auch kleine „Schlucke“ meinen ”Brand”?

Sie haben die Antwort selbst schon gegeben. Sie müssen eben mit kleineren Portionen in kurzer Folge Ihre Flüssigkeit zuführen.

Verändert sich der Geschmackssinn nach der Operation?

Hier muss man wirklich die Operierten in der Selbsthilfegruppe befragen. Ich höre dies immer wieder, aber eine wissenschaftliche Begründung kann ich dazu nicht abliefern. Wir beobachten zwar vielfach, dass bestimmte Vorlieben (Schokolade, Süßes, Rauchen) nach der Operation verschwunden sind. Hier lässt sich allerdings keine verbindliche Aussage treffen.

Kann man später wieder alle Untersuchungen machen, wie z. B. MRT (wegen der Klammern im Körper) oder Szintigraphie?

Alle genannten Untersuchungen sind völlig problemlos durchführbar. Die Klammern bestehen ja aus Titan, welches nicht magnetisch ist und daher bei einer MRT-Untersuchung nicht berücksichtigt werden muss.

Ab wann kann ich wieder schwerer körperlicher Arbeit nachgehen, z. B. Stall ausmisten, schwere Patienten durch die Gegend tragen usw.?

Nach etwa zwei Wochen können Sie davon ausgehen, dass jede Belastung möglich ist.

Ab wann kann ich wieder größeren Zugbelastungen Stand halten, z. B. bei tobenden Pferden an der Hand (abruptes, plötzliches Ziehen usw.)?

Antwort wie oben: Nach etwa zwei Wochen.


Wieviel Stress kann ich mir am Anfang nach der Operation erlauben?

Na ja, Sie sollten sich schon einige Tage Ruhe gönnen. Ansonsten ist Stress-Resistenz natürlich individuell und von der Operation unabhängig.

Wie lange darf ich die Magenschutztabletten einnehmen?

Wenn Sie vor der Operation keinerlei Beschwerden hatten (Reflux), werden Sie die Ma-genschutztabletten nur einige Tage (7 – 14 Tage) nach der Operation benötigen.

Was kann ich gegen Sodbrennen tun?

Hier sind zunächst einmal Säureblocker angezeigt. Bei anhaltendem Sodbrennen müsste man wirklich überprüfen, ob ein echter Reflux vorliegt. Ggf. muss nach erfolgter Gewichtsreduktion noch eine Antireflux-Plastik angelegt werden. In einigen wenigen Fällen empfiehlt sich die Umwandlung zum Magenbypass.

Wie sieht es mit Fruchtsäure nach der OP aus?
Säfte? Früchtetee?

Grundsätzlich ist alles möglich. Dem Magen schadet es sicher nicht. Bei Unverträglichkeit bitte einfach vermeiden.

Ab wann kann ich wieder scharf essen?

Na ja, in den ersten vier Wochen bitte ich doch darum, auf stark Gewürztes zu verzichten. Bitte halten Sie sich an die Empfehlungen der Ernährungsberatung.

Sollte ich gerade am Anfang vermehrt darauf achten, nicht zu stark zuckerhaltiges Obst, wie Weintrauben, Bananen, usw. zu mir zu nehmen?

Niemand braucht Bananen!

Warum keine Kohlensäure mehr und was, wenn doch?

Es geht darum, dass Kohlensäure im Magen ausgast und damit das Volumen der zugeführten Flüssigkeit enorm erhöht, so dass sich der Magen dehnt. Es entsteht damit derselbe Effekt wie bei der Aufnahme zu großer Nahrungsmengen. Die Dehnung wird auf Dauer zu einer Vergrößerung des Schlauchmagenvolumens führen. Damit wird der Effekt der Operation deutlich nachlassen.

Wann kann ich wieder baden/schwimmen, in die Sauna gehen (Aufweichen der Narben?), Sex haben, etc.?

Diese Frage wurde so ähnlich schon gestellt und beantwortet. Nach Abschluss der Wundheilung (etwa nach 14 Tagen) können Sie alles wieder praktizieren, es sei denn, es hat sich eine kleine Wundheilungsstörung eingestellt. Bei geschlossener Haut ist nach 14 Tagen alles wieder möglich.

Zunehmen trotz Schlauchmagen, ist das möglich und wenn ja, warum?

Der Schlauchmagen zielt ja allein oder ganz maßgeblich darauf ab, dass das Volumen der Nahrung reduziert wird. Die Operation hilft dem Patienten durch ein schnelles Sättigungsgefühl, welches in der Regel auch lange genug anhält. Natürlich können hochkalorische Flüssigkeiten relativ rasch den Magen verlassen. So können über den Tag wirklich viele Kalorien zugeführt werden, dann ist letztlich auch jede andere Methode (Bypass, Band) nicht mehr geeignet, zu einer dauerhaften Gewichtsreduktion zu führen.

Wie ist das beim Schlauchmagen, welche Zugangswege zu anderen Organen bleiben erhalten?

Das Volumen des Restmagens liegt bei etwa 100 ml, später vermutlich im Verlauf bei 200 ml. Eine Spiegelung ist beim Schlauchmagen völlig uneingeschränkt möglich im Gegensatz zum Bypass. Damit kann vor allen Dingen auch der Zwölffingerdarm eingesehen werden, so dass hier dann auch durch eine sog. „ERCP“ die Darstellung und auch Intervention am Gallengangssystem oder am Gang der Bauchspeicheldrüse erfolgen können.

Ist es sinnvoll, Magenspiegelungen nur noch bei den Ärzten durchführen zu lassen, die sich mit Adipositas-Chirurgie auskennen?
Wegen der Verletzungsgefahren, usw.?
Können die Gallenwege noch gespiegelt werden?

Im Prinzip kann natürlich jeder gute Endoskopiker eine Spiegelung nach Schlauchmagen-Operation durchführen. Ich denke, es sollte hier von der Fragestellung abhängig gemacht werden. Wenn es darum geht, den Schlauchmagen zu beurteilen (Größe, etc.) ist es vielleicht doch besser, dies am Zentrum zu planen. Die Gallenwege können im Schlauchmagen gespiegelt werden im Gegensatz zur Bypass-Anlage.

Was ist mit den Medikamenten, die ich vor der OP eingenommen habe?
Muss ich nachher neu eingestellt werden?

Die Neueinstellung mit Medikamenten ergibt sich immer dann, wenn sich durch die Gewichtsreduktion Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus zurückentwickeln. Entsprechend muss hier eine geringere Medikamentendosis verabreicht werden. In vielen Fällen erübrigen sich die Medikamenten-Einnahmen komplett. Für andere Medikamente (z. B. Schilddrüsenhormone) ergibt sich praktisch keine Veränderung.

Warum frieren die meisten Patienten auch noch lange nach der OP?

Dieses Phänomen ist in der Tat zu beobachten. Es hat wohl etwas mit der starken Gewichtsreduktion zu tun. Bedenken Sie, dass ein Fettpolster eine wunderbare Isolation darstellt. Ich habe allerdings den Eindruck, dass im Langzeitverlauf dieses Phänomen (Frieren) irgendwann verschwindet.

Ab wann dürfte ich wieder unter die Sonnenbank oder mich in die Sonne legen?
Kann dort etwas mit dem Magen passieren?

Grundsätzlich dürfen Sie sich bereits wenige Tage nach der Operation wieder sonnen. Natürliches alles in Maßen, dies gilt allerdings auch für Nichtoperierte. Passieren kann am Magen definitiv nichts. Nach Abschluss der Wundheilung (14 Tage) dürfen Sie sich wieder in der Sonne aalen.

Ab wann dürfen bzw. können Mann oder Frau wieder Sex haben? Ist doch auch eine wichtige Frage oder?

Kein Kommentar. Schmunzel.

Ab wann kann ich wieder laute Bass-Musik hören, die vibriert?

An dieser Stelle würde ich mir eher Gedanken um Ihr Innenohr machen, dem Magen wird nichts passieren.

Wie sieht es denn im Sommer aus, muss ich dann meine Flüssigkeitszufuhr erhöhen?

Ein vermehrter Flüssigkeitsbedarf im Sommer oder bei körperlicher Belastung entsteht unabhängig davon, ob eine Schlauchmagenoperation durchgeführt wurde oder nicht. Ein tatsächlicher Bedarf muss natürlich mit einer entsprechenden Flüssigkeitszufuhr beantwortet werden.

Wie bereite ich meine Kinder auf die Magen-OP vor?

Hängt sicher davon ab, wie alt Ihre Kinder sind. Man kann ihnen vernünftig erklären, dass Mutti eine Operation am Magen vornehmen lässt, damit sie sich besser und gesünder ernähren kann. Die Kinder werden daran Spaß finden und Sie dabei unterstützen.

Gibt es Medikamente oder ähnliches gegen Haarausfall, Nagelbruch und auch um Hautüberschüssen vorzubeugen?

Allenfalls können hier Vitamin- oder auch Mineral-Präparate verordnet werden. Hier ist die Ernährungsberatung gefragt. Gegen überhängende Haut lässt sich nicht wirklich etwas machen.

Muß ich auf MRSA vom Hausarzt getestet werden, bevor ich operiert werde?

Zur Frage MRSA hier die Antwort: Wenn einmal bei Ihnen ein MRSA festgestellt wurde, gehören Sie in eine Risikogruppe, und es muss in jedem Fall vor der stationären Aufnahme eine MRSA-Testung erfolgen. Dies gilt natürlich nicht im Notfall. Hinsichtlich der Rota-Viren bedarf es keinerlei Testung.

Welche Komplikationen und Langzeitfolgen können sich einstellen? Ich denke hierbei in Richtung „Älterwerden“?

Also nur im Hinblick auf den Langzeitverlauf. Mangelzustände sind eigentlich kaum vorstellbar, da der Magen ja seine Funktion behält und im Grundsatz eine vollwertige Ernährung möglich ist. Nur die dauerhafte Vitamin B12 Substitution sollte eingeplant werden. Ein Defizit an Mineralien ist sehr unwahrscheinlich.

Welche Medikamente dürfen nie mehr oral genommen werden?

Bisher sind hier meines Wissens keine Einschränkungen bekannt.

Kann es nach erfolgter Abnahme passieren, dass man langfristig in den Bereich „Untergewicht/Unterernährung“ gerät?

Bei jetzt über 2500 operierten Patienten (Schlauchmagen) habe ich 2 - 3 Patienten vor Augen die in der Tat kurz vor einem Untergewicht stehen. Dies scheint jedoch nicht die Folge des Schlauchmagens zu sein, sondern ist eher Ausdruck einer Essstörung, hier müssen die Psychosomatiker weiterhelfen.

Was passiert, wenn sich im übrig gebliebenen Schlauch eine maligne Erkrankung breitmacht?

Wurde so ähnlich schon gefragt. Also, beim Schlauchmagen kann man den Magenkrebs wie beim Patienten mit „normalen“ Magen endoskopisch erkennen, was ja nach RNY-Bypass nicht geht. Die Behandlung verläuft so wie bei allen anderen Patienten auch, in der Regel wird der Magen vollständig entfernt.

Steigt durch den Schlauch das Risiko einer schweren Magen- und/oder Darmerkrankung?

Höchstwahrscheinlich nicht, zumindest bislang nach etwa 10 Jahren Schlauchmagen nichts bekannt.

Gibt es überhaupt schon Langzeitstudien?

Was ist Langzeit? 5 Jahre? 10 Jahre? 15 Jahre? Damit fängst schon an. Große Serien liegen jetzt mit 5 Jahresergebnissen vor, aber die Schlauch-OP ist in dieser Zeit noch viel besser geworden. Es wird also nochmals etwa 5 Jahre brauchen bis man echte Langzeitergebnisse hat.

Vielleicht bin ich überkritisch, aber mit Ende 50 denkt man schon mal an die nächsten (und letzten) 20/25 Jahre...

Naja, ist sehr persönlich.... das Ende kommt oft unvermutet und zu rasch!


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